18. Oktober 2019

Seniorenausflug 2019 ins Hohenloher Land

„Je mehr wir sehen, was wir sehen, desto mehr entdecken wir in vertrauter Umgebung was wir noch nie sahen.“ (Karl Foerster 1874-1970). Getreu diesem Motto hatten wir Übungsleiterinnen die Frauen der Gymnastikgruppe 60+/-, der Seniorengruppe und den „Tanzmäusen“ der Donnerstagsgruppe zum alljährlichen Jahresausflug ins Hohenloher Land eingeladen. Michael, vom Busunternehmen Hofmann, war wieder unser Reisebegleiter und er fuhr uns durch die herrliche Landschaft der Hohenloher Tiefebene zu unserem ersten Reiseziel, Neuenstein. Diese Stadt im Hohenloher Kreis mit ca. 6 500 Einwohnern, liegt im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs und gehört zur Region Heilbronn-Franken. Mitten in der Stadt steht ein mächtiges Schloss, mit Wurzeln einer staufischen Wasserburg des 13. Jahrhunderts. Durch diverse Anbauten im 15 Jh. wurde im 16 Jh. die Burg vom Heilbronner Baumeister Balthasar Wolff zu einem Schloss im Stil der Renaissance umgestaltet und in den Jahren 1906 bis 1925 nach Entwürfen des Architekten Bodo Ebhardt restauriert und um ein Geschoss aufgestockt. Will man einen Überblick über die Geschichte der Region haben, so ist das Schlossmuseum, ein Muss. Es beinhaltet eine reichhaltige Sammlung von Waffen, Bildern und Kunstschätze. Neben dem Schloss liegt die evangelische Stadtkirche. Sie wurde 1609 bis 1611 anstelle einer spätgotischen Kapelle erbaut, deren Chor und Turmuntergeschosse in den Neubau mit einbezogen wurden. Die Decke der Hallenkirche wurde mit Stuckarbeiten verziert und sind mit Szenen aus dem Leben Christi bemalt. 1967 bis 1969 wurde die Kirche innen und außen gründlich renoviert, dabei wurden auch spätmittelalterliche Fresken freigelegt. Die Kirche ist ein Besuch wert.

Hinter der Kirche liegt ein wunderschön angelegter Park mit See. Hier bauten wir unser Frühstücksbüfett auf, während unsere Turnerinnen nun Kirche und Schloss besichtigten.

Gestärkt durch gutes Essen und anregende Gespräche setzen wir unsere Reise fort. Entlang der Waldenburger Berge fuhren wir nach Schwäbisch Hall. Bis zur Brauereibesichtigung am Nachmittag hatten wir noch genügend Zeit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Manche zog es zur Kunsthalle Würth, um sich die Ausstellung „Von Henri Matisse bis Louise Bourgeois“ anzusehen. Andere nutzten die Zeit um sich die Stadtkirche St. Michael, ein prägendes Element mit der großen Freitreppe davor, zu besichtigen. Auch ein Spaziergang durch die Stadt mit Gebäuden aus dem 14. – 16. Jh. war es wert wieder einmal nach Schwäbisch Hall zu kommen.

„Wie das Bier im Sommer und Winter auf dem Land ausgeschenkt und gebraut werden soll“ lautete der Titel, welchen Wilhelm IV., Herzog von Bayern, im April 1516 dem Landständertag vorlegte und dann unter dem Namen „Reinheitsgebot“ heute noch Bestand hat. Damit starteten wir in den Nachmittag mit einer Führung in der Löwenbrauerei Hall. Das Unternehmen ist eine Privatbrauerei und befindet sich seit der Gründung durch Friedrich Erhard in Familienbesitz. Aus Platzgründen erfolgte der Umzug der Brauerei von der Innenstadt in die Ritterwiese vor den Toren der Altstadt und hier wird heute das Haller Löwenbräu gebraut.

Auf unserem Rundgang erfuhren wir, dass die Rohstoffe Wasser, Hopfen und Malz ausschließlich regional bezogen werden. Von der Verarbeitung der Braugerste bis zum Endprodukt Bier bekamen wir alles ausführlich erklärt. Wir kennen nun den Unterschied zwischen obergärigen- und untergärigen Bieren, wissen was beim Mälzen und Darren geschieht, wie wichtig die Iodprobe und die Sudpfannen sind. Schade war eigentlich nur, dass die einzelnen Arbeitsschritte nicht mehr manuell betrieben werden, sondern auch hier sehr viel maschinell erledigt wird. Trotzdem war es ein interessanter und wissenswerter Rundgang durch die Brauerei. Ausklingen ließen wir die Führung bei einer zünftigen Vesper bei Fleischkäse mit Kartoffelsalat. Dazu gab es köstliche Proben sämtlicher Biere. Alle Turnerfrauen waren sich einig, dass ein schöner und erlebnisreicher Tag zu Ende ging. Ein Dankeschön auch an Michael, der uns wieder sicher am Abend nach Bad Wimpfen brachte.