15. Juli 2018

Seniorenausflug 2018 auf die Schwäbische Alb

„Die Welt gehört dem, der sie genießt.“

Ein Zitat des ital. Dichters Giacomo Leopardi (1798-1837), welches wir Frauen von der Sportgruppe 60+/-, der Seniorengymnastik und der Tanzgruppe des TV Bad Wimpfens gerne befolgten. Wenn auch das Wetter uns dieses Jahr nicht gesonnen war, so genossen wir den Tag sehr.

Gut gelaunt starteten wir am frühen Morgen mit dem Busunternehmen Hofmann, und Michael unser Reiseleiter führte uns sicher auf die Schwäbische Alb. Noch bevor wir unser erstes Reiseziel erreichten gab es das traditionelle Sektfrühstück mit Brezeln und Sabines leckerem Hefezopf. Gestärkt konnten wir uns der ersten Herausforderung, den Albbüffeln, stellen.

Diese wohnen bei Familie Rauscher auf der schwäbischen Albhochfläche, auf dem Heidecker Hof. Deren Hofkäserei ist ein reiner Familienbetrieb inmitten einer unberührten Landschaft. Ihr Ziel ist es gesunde, naturbelassene Produkte zu erzeugen. Und zur unserer Überraschung wurden wir vom Ehepaar Rauscher mit einigen Musikstücken, gespielt auf ihren Albhörnern, begrüßt. Nach dieser schönen Einlage begann Herr Rauscher`s Rundgang zu seiner Herde auf der Weide und er weihte uns in die Welt dieser imposanten Tiere ein. Wasserbüffel gab es schon vor ca. 120 000 Jahren in Deutschland. In der Jungsteinzeit konnte man diese Urtiere auch auf der schwäbischen Alb finden. Warum diese Tiere wieder verschwanden, dazu gibt es verschiedene Theorien. Laut Überlieferungen kamen sie über verschiedene Wege wieder nach Europa zurück. Im Jahr 2005 wurden die ersten Wasserbüffel aus Rumänien nach Schwaben gebracht und sind als „Original Albbüffel“ hier heimisch geworden.

Auf Rauschers Hof leben ca. 40 Kühe und 40 Büffel gemeinsam, plus ein Bulle italienischer Herkunft, welcher sich in seiner Herde sehr wohl fühlt. Die Tiere genießen die Albkräuterwiesen rund um die Hohensteiner Hofkäserei. Auch das etwas raue Klima bekommt den Tieren sehr gut. Sie sind robust, kerngesund und bestens für die Landschaftspflege geeignet. Den Charakter der Tiere könnte man als eigenwillig, manchmal stur, jedoch friedlich bezeichnen.

In der Käserei produziert der Landwirt aus der Milch seine Spezialitäten. Er mischt für seine Käsearten Kuhmilch und Büffelmilch im Verhältnis 50 zu 50, da Büffel weniger Milch geben als eine Kuh (ca. 5 statt 20 Liter am Tag). Heraus kommen dabei verschiedene Käsespezialitäten wie z.B. sein Albzarella.

Nach dem Weidegang gab es in der Scheune des Landwirts einen Filmvortrag und danach konnten wir an liebevoll gedeckten Tischen die verschiedenen Käsesorten verkosten. Dazu wurde leckeres, selbstgebackenes Brot, kleingeschnittenes Obst und Gemüse und reichlich Wasser gereicht. Wer noch nicht genug von Käse hatte, konnte im hauseigenen Hofladen die ausgewählten Albprodukte erwerben.

Am frühen Nachmittag fuhren wir weiter nach Bad Urach, wo schon zwei liebenswerte Stadtführer auf uns warteten um uns diese Stadt näher zu bringen. Eine Stadt am Rande der schwäbischen Alb, im Tal der Erms, mit ca. 11 000 Einwohnern. Bekannt ist sie auch wegen des Uracher Wasserfalls und des all zwei Jahre stattfindenden Schäferlaufs. Seit 1983 ist Bad Urach ein staatlich anerkannter Luftkurort und ein Heilbad. Unser Rundgang führte uns durch die Webervorstadt, die unter Herzog Friedrich 1. von Württemberg im Jahre 1599 erbaut wurde. Sie besteht aus vier Häuserzeilen mit insgesamt 29 Häusern. Weiter ging es durch Urachs Straßen mit seinen prachtvollen Fachwerkhäusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert zum Marktplatz mit dem spätgotischen Brunnen. Der Rundgang wurde mit einem Besuch der St. Amandus Stiftskirche beendet. Sie ist eine der bedeutendsten spätgotischen Kirchen in Schwaben. Erbaut wurde sie von dem in Urach geborenen und residierenden württembergischen Grafen Eberhard im Bart, welcher die Fertigstellung des Kirchenbaus im Jahre 1500, nicht mehr erlebte.

Wir jedoch erlebten noch eine kleine Überraschung von Seiten der Stadtführer, die sich zum Abschluss mit einer frischgebackenen und noch warmen Brezel bei jedem Teilnehmer bedankten. Einer Sage nach wurde dieselbige nämlich in Bad Urach erfunden.

Da der Regen leider nicht nachließ, waren wir froh endlich wieder im trockenen und warmen Bus Platz nehmen zu können.

Auf der Heimfahrt nutzen wir eine kurze Regenpause um den Kaffee und selbstgebackenen Kuchen der Übungsleiter zu genießen. Am frühen Abend kamen wir wohlbehalten in Bad Wimpfen wieder an. Ein Dankeschön an Michael, unseren Busfahrer. Alle waren wir uns einig, dass das Eingangs erwähnte Zitat für den heutigen Tag auf uns Turnerfrauen zutraf.